Den Wald fit machen für den Klimawandel

Evangelische Stiftungen beseitigen Waldschäden von Orkan Friederike Forstleute bitten dringend, Wegesperrungen zu beachten

Osnabrück, 20. August 2018: Heute haben die Waldpflegearbeiten im Osnabrücker Stadtteil Hellern in der Waldfläche am Kreisel Rheiner Landstraße, der Straße zum Flugplatz und der angrenzenden Autobahn A30 begonnen. Auf einer Fläche von rund 0,9 ha werden zunächst die umgestürzten und beschädigten Bäume entnommen, die der Orkan Friederike am 18. Januar hinterlassen hat. Das Sturmtief verursachte mit Orkanböen bis zu 130 Stundenkilometern große Schäden in Osnabrück und Umgebung – auch in den Wäldern der Evangelischen Stiftung. So wurden u.a. große und alte Fichtenbestände vernichtet.

„Leider wurde unser Wald auch dieses Mal wieder nicht verschont,“ sagte Johannes Andrews, Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Stiftungen. Vor elf Jahren war die Region von dem Orkan Kyrill betroffen, der auf den Tag genau über Osnabrück gefegt war. „Für uns sind die Häufung von Starkwinden und auch die verheerende Dürre in den letzten Monaten ein deutliches Warnsignal. Der Klimawandel ist auch in unseren Wäldern angekommen“, so Andrews. „Die aktuellen Waldarbeiten, dienen nun dazu, den Wald langfristig fit für den Klimawandel zumachen,“ erklärte Hendrik Pannenborg von der Forstverwaltung der Stiftung. Daher habe man sich entschlossen, die beschädigte Fläche zunächst zu räumen und anschließend im Herbst mit standortgerechten Bäumen wieder aufzuforsten. Gepflanzt wird dann eine Buchen- und Edellaubholzmischung.

Die Forstleute der Evangelischen Stiftungen bitten die Waldbesucherinnen und Waldbesucher um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen während der Arbeiten. Die Holzernte und die Räumung der Fläche kann kurzzeitig auch auf der Rheiner Landstraße / Straße Zum Flugplatz Spuren hinterlassen, auch wenn sie von Forstwirten fachmännisch erledigt wird.

Hintergrund: Sturmtief Friederike, 18. Januar 2018

Sieben Monate nach Orkan Friederike herrscht weitgehend Klarheit über die Schäden in Niedersachsens Wäldern. Betroffen war besonders Südniedersachsen. Allein im Landeswald riss der Orkan rund eine Million Kubikmeter Holz um. Hinzu kommen erhebliche Schäden in Privatwäldern und im Nationalpark Harz. Der Norden Niedersachsens blieb dagegen weitgehend von Friederike verschont. Die Gesamtmenge des durch Friederike verursachten Sturmholzes entsprach in etwa 60 Prozent der planmäßigen jährlichen Ernte in Niedersachsen. Bei der Wiederaufforstung der betroffenen Gebiete wollen die Landesforsten, genauso wie die Evangelischen Stiftungen, vor allem Laubbäume anpflanzen, um die Wälder zu stabilisieren.

Hintergrund: Evangelische Stiftungen Osnabrück und Waldwirtschaft

Im Laufe ihrer 750 Jahre alten Geschichte wurden den Evangelischen Stiftungen Waldflächen in einer Größe von insgesamt ca. 450 Hektar übertragen und werden von ihr bewirtschaftet. Diese Wälder bilden heute einen wertvollen Teil des Stiftungsvermögens. Die Waldflächen liegen in Osnabrück und im Landkreis sowie im Kreis Steinfurt. Die Wälder der evangelischen Stiftungen bieten im doppelten Sinne Lebensraum. Denn in den Wäldern leben nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern mit den Erlösen aus dem Holzverkauf bauen und unterstützen die Stiftungen Sozialwohnungen, Seniorenheime oder auch Kindergärten. „Wir arbeiten in unseren Wäldern wirtschaftlich und erhalten Arbeitsplätze. Wir arbeiten sozial, denn die Erlöse aus dem Holzverkauf fließen in soziale Projekte und außerdem können sich die Menschen in unseren Wäldern erholen. Und auch der Ökologie und dem Naturschutz tragen wir Rechnung, indem unsere Wälder nach den Kriterien des naturnahen Waldbaus fachgerecht bewirtschaftet werden. Ökologie, Ökonomie und Soziales – gerade als Stiftung nehmen wir die Herausforderungen des nachhaltigen Wirtschaftens sehr ernst“, erläuterte Stiftungsvorstand Andrews.

Weitere Informationen unter:
http://www.stiftungen-osnabrueck.de/stiftungsvermoegen/wald/