Zum Inhalt springen

Freundschaften zwischen Jugendlichen und Alpakas

Nähe spüren, Verantwortung übernehmen: Unvergessliche Erfahrungen im Umgang mit Tieren konnten Kinder und Jugendliche im Sommerprogramm von VAMOS machen.

Der Bereich der Evangelischen Jugendhilfe Osnabrück (Diakonie Stadt und Landkreis Osnabrück) bietet ambulante sozialpädagogische Familienhilfe sowie Betreuung für junge Menschen an, die Krisen zu überwinden haben. Unterstützt wird VAMOS auch von den Evangelischen Stiftungen Osnabrück, nämlich bei Projekten, die außerhalb der üblichen Finanzierung liegen – wie das diesjährige Sommerprogramm, das uns sofort begeistert hat. Und das nicht nur, weil es dem Stiftungsgrundsatz der Förderung junger Menschen zu 100 Prozent entspricht. Wir freuen uns sehr, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg zu stärken und ihnen neue, bereichernde Erlebnisse zu ermöglichen.

Nicht alle Kinder und Jugendliche finden sich in klassischen Ferienangeboten wieder, sei es aus psychologischen, sozialen oder finanziellen Gründen. VAMOS schafft deshalb gezielte Freizeitangebote, die auf die von ihnen betreuten Jugendlichen abgestimmt sind. Das diesjährige Highlight: Erlebnisreiche Tage auf einem Alpakahof in Georgsmarienhütte, zu denen auch die Familien eingeladen waren. Sechs Kinder und ihre Familien unternahmen in den vergangenen Monaten immer wieder Wanderungen mit Alpakas, verbrachten gemeinsame Zeit im Mini-Zeltlager auf dem Alpakahof, pflegten die Tiere, spielten mit ihnen oder ließen sich von gutmütigen Therapiepferden über den Reitplatz tragen. Der Hof der Familie Schröder in Georgsmarienhütte, umgeben von grünen Wäldern und Hügeln, bot mit seinen zwei Pferden, über einem Dutzend Alpakas, drei Lamas, mehreren Hühnern, Hunden und Katzen optimale Bedingungen: friedliche Atmosphäre voller Ruhe und Geborgenheit.

Der Umgang mit Tieren beschert Kindern und Jugendlichen sehr wertvolle Erfahrungen: Die tierische Begegnung stärkt wichtige soziale und emotionale Kompetenzen. Kreativität, Geduld, Empathie und Verantwortungsbewusstsein werden gefördert. Tiere beurteilen Menschen nur nach ihrem Wesen und Verhalten, interessieren sich nicht für Kontostand, Frisur oder sozialen Status. Sie geben auf ihre Weise Geborgenheit und Aufmerksamkeit. Der enge Kontakt beim Füttern, Pflegen und Streicheln sorgt nicht nur für neues Erleben von Selbstwirksamkeit, sondern motiviert die Kinder auch dazu, ihre Freizeit aktiv und fernab von Smartphone, Fernseher oder Spielkonsole zu gestalten. Nicht umsonst werden Alpakas auch als „Delfine der Weide“ bezeichnet. Ihre ruhige, freundliche Ausstrahlung wirkt beruhigend und ermöglicht emotionale Zugänge. Der tiergestützte Ansatz unterstützt so die ganzheitliche Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien und hilft insbesondere über Krisen hinweg. Das Ergebnis: entspannte, lachende Gesichter, gestärkte Kinder und Jugendliche, die selbstbewusst von ihren Erfahrungen berichten.

Die Kinder halten inzwischen sogar einen offiziellen Nachweis in den Händen: Sie legten eine Theorie- und Praxisprüfung ab und erhielten ihren Alpaka-Führerschein. Ein echtes Erfolgserlebnis, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.