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Junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gärtnern gemeinsam

Evangelische Stiftungen unterstützen Projekt (G)Artenvielfalt des Vereins Meine Bildung und Ich

Junge Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung haben häufig existenzielle Sorgen und Ängste erlebt. Dass Themen wie Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit in solchen Biografien eine untergeordnete Rolle spielen, ist nachvollziehbar. „Umso spannender sind Projekte für junge Menschen, die Umweltbewusstsein und das Zusammenleben in kultureller Vielfalt vereinen“, erläutert Johannes Andrews die Entscheidung zur Unterstützung dieses Projektes. Gefördert von den Evangelischen Stiftungen Osnabrück hat der Verein „Meine Bildung und Ich“ in Osnabrück einen besonderen Ort geschaffen, an dem junge Menschen aus verschiedenen Kulturen von- und miteinander lernten. Möglich wurde dies durch einen außergewöhnlichen Türöffner für Gemeinschaft, Integration, transkulturellen Austausch und neue Perspektiven: das gemeinsame Gärtnern. Mit seinem Projekt „(G)Artenvielfalt“ ist es dem Verein gelungen, Integration und ökologisches Handeln auf eindrucksvolle Weise miteinander zu verbinden und so nachhaltige Impulse für das gesellschaftliche Miteinander zu setzen.

Rund 15 Nationalitäten, unterschiedlich ausgeprägte Sprachkenntnisse und vielfältige kulturelle Hintergründe kamen im Rahmen des Projektes zusammen – und erwiesen sich als gegenseitige Bereicherung. „Es war faszinierend zu beobachten, wie die jungen Menschen über die gemeinsame Arbeit miteinander in Kontakt kamen und sich verständigten“, so Geschäftsführer des Vereins Simon Ritz. Viele von ihnen treffen sich auch nach Projektende weiterhin im Garten, organisieren Picknicks und bleiben im Austausch. Noch immer stoßen vereinzelt neue Interessierte hinzu.

Ein Jahr lang trafen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis 25 Jahren, viele von ihnen mit Migrationserfahrung, einmal pro Woche in einem Schrebergarten. Unter fachkundiger Anleitung pflanzten sie Gemüse, legten Hochbeete an und bauten Insektenhotels. Der offene Gartentreff entwickelte sich im Laufe des Projektjahres zu einem lebendigen Anziehungspunkt: „Insgesamt haben rund 150 junge Menschen bei uns mitgearbeitet oder an Workshops teilgenommen – einige regelmäßig für mehrere Stunden pro Woche, andere nur wenige Male“, berichtet Ritz.

Ergänzt wurde die praktische Arbeit durch monatliche Workshops, etwa zur Installation einer Photovoltaik-Inselanlage oder zur Anlage eines Bauerngartens. Dabei lernten die Teilnehmenden nicht nur viel über nachhaltige Lebensweisen, Ökosysteme und Klimawandel, sondern erhielten auch Einblicke in unterschiedliche Kulturen – und knüpften Freundschaften. Der Schrebergarten wurde so zu einem Ort des Lernens, Arbeitens und gelebten Miteinanders.

Möglich wurde das Projekt auch durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher. Der Schrebergarten befand sich anfangs in einem stark vernachlässigten Zustand und musste zunächst aufwendig hergerichtet werden, was die Jugendlichen nicht allein schaffen konnten. Hier sprangen Helfer aus dem Netzwerk des Osnabrücker Vereins zur Seite, die mit viel Engagement den Garten herrichteten.

Neben den regelmäßigen Treffen und Workshops übernahmen die Jugendlichen zunehmend Verantwortung, initiierten eigene Projekte und unterstützten die Organisation. So entstand nicht nur praktisches Wissen, sondern auch wichtige organisatorische Kompetenzen. Ein besonderes Highlight war ein Gartenfest mit über 100 Gästen, organisiert und moderiert von den jungen Menschen selbst – ein weiterer Moment, in dem Gemeinschaft sichtbar und erlebbar wurde.

Zum Verein „Meine Bildung und Ich“
Der Verein setzt sich für die Förderung von Bildungsgerechtigkeit ein und unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer schulischen, persönlichen und beruflichen Entwicklung. Gegründet von Studierenden, verfolgt der Verein das Ziel, Chancengleichheit zu stärken und Bildung als Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und individueller Entfaltung zugänglich zu machen.