Klassische Klangerlebnisse prägen Kinder
Musik in ihrer ganzen Vielfalt zu erleben und sie mit allen Sinnen auf sich wirken zu lassen – diese besondere Erfahrung machen besonders die Kindergartenkinder der evangelisch-lutherischen CampusKita in Osnabrück dank eines Kooperationsprojekts mit dem Theater Osnabrück. Ziel des Projekts ist es, jungen Menschen durch Musik neue Inspiration, Freude und Raum für individuelle Entfaltung zu eröffnen. Die Evangelischen Stiftungen Osnabrück unterstützen mit ihrer Förderung über einen Zeitraum von drei Jahren den Fortbestand dieses Angebots. „Der konzeptionelle Ansatz hat uns sofort überzeugt. Neben der Entwicklungsförderung durch Musik geschieht hier noch etwas ebenso Bedeutsames: als universelle Ausdrucksform, welche Emotionen und Botschaften ohne Sprache vermittelt, gelingt auch Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen. Das Projekt passte damit zu 100 Prozent zu unserem Stiftungszweck“, erläutert Johannes Andrews, Vorstand der Evangelischen Stiftungen Osnabrück.
Die Kinder kommen in verschiedenen Projektbausteinen in engen Kontakt mit klassischer Musik. Sie besuchen Orchesterproben und lauschen von den Zuschauerrängen andächtig, wie die Musiker sich im Zusammenspiel ein Stück erarbeiten. Vorher erhalten die jungen Beobachter kleine Beobachtungs- und Hör-Aufgaben. „Es ist faszinierend zu sehen, wie konzentriert und aufmerksam die Kinder dabei sind. Sie hören genau hin und verfolgen mit großen Augen, welcher Musiker wann welches Instrument spielt“, berichtet Christiane Harig. Dass sie es mit sehr aufmerksamen Zuhörern zu tun haben, entgeht auch den engagierten Sinfonikern nicht: „Beide Seiten sind mit ihren Sinnen voll beieinander und bei der Musik, es entsteht eine sehr besondere Atmosphäre“, beschreibt die Kita-Leiterin.
Die Profimusiker treten auch den Gegenbesuch an: Einzelne Musikerinnen und Musiker stellen in den Räumen der Kita unter dem Titel „Sinfoniker hautnah“ ihre Instrumente vor, die Musikvermittlerin macht mit den Kindern Musik oder ein Ensemble gibt ein kleines Kammerkonzert, das unter dem Titel „Hör mal: Klassik“ kindgerecht moderiert wird. Die Musiker spielen dabei aus Werbung, Film und Fernsehen Ausschnitte aus bekannten Klassikhits wie beispielsweise den 1. Satz aus der 5. Sinfonie Beethovens oder Griegs Morgenstimmung.
Neben Bewegung bildet Musik einen zentralen Bestandteil der pädagogischen Arbeit in der CampusKita in der Jahnstraße. Beide Bereiche werden zusammengedacht: Musik kann nur durch Bewegung entstehen. Rhythmus ist organisierte, geordnete Bewegung in der Zeit. Menschen reagieren mit Bewegung auf Musik, die auch emotional bewegt. „Die Kinder kommen mit handgemachter Musik sowie mit klassischen Streich-, Holz- und Blechblasinstrumenten in Berührung. So erleben sie die vielfältigen positiven Wirkungen des aktiven Musizierens und des bewussten Zuhörens“, erklärt Harig.