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Streuobstwiese im Hörner Bruch wird artenreicher – 34 Wildpflanzenarten angesät

Gemeinschaftlichen Aktion von Evangelischen Stiftungen, Hochschule Osnabrück, OSNATÜRLICH und der Initiative „Artenvielfalt und Obst“

Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten finden bald ein neues Blütenangebot auf der Streuobstwiese der Evangelischen Stiftungen Osnabrück im Hörner Bruch. Unterstützt von Prof. Dr. Kathrin Kiehl und Daniel Jeschke von der Hochschule Osnabrück, hat die Initiative „Artenvielfalt und Obst“ eine gemeinschaftliche Ansaat-Aktion durchgeführt. Auf rund 1.500 Quadratmetern wurde eine artenreiche und an den Standort angepasste Wiesenmischung aus 34 regionaltypischen Wildpflanzenarten angesät. Landwirt Eckhard Krabbe hatte die Flächen für die Ansaat vorbereitet. Die Aktion ist Teil von „OSNATÜRLICH – Für mehr Artenvielfalt“, einem gemeinsamen Verbundvorhaben von Stadt Osnabrück und Hochschule Osnabrück. Mitglieder des NABU-Projekts „Osnabrück blüht auf“ halfen bei der Ansaat mit.

Mitten in Sutthausen wächst damit ein artenreicher Lebensraum.

Rückblende: Die Gruppe A&O, wie sich die Initiative kurz nennt, war bis 2025 auf einer Obstbaumwiese in Lechtingen heimisch. Nach dem Auslaufen des Pachtvertrags suchte sie eine neue Obstwiese für gemeinschaftliche Naturschutzmaßnahmen. Ein Gespräch mit den Evangelischen Stiftungen ergab schnell eine Win-Win-Situation. Und seit dem Herbst 2025 setzt die Initiative das gemeinsam entwickelte Konzept mit Fokus auf der naturschutzfachlichen Aufwertung um. Mindestens einmal im Monat treffen sich die 15 Ehrenamtlichen auf der Streuobstwiese in Sutthausen, dieses Mal mit Unterstützung. „Die gemeinsame Aktion ist eine weitere ökologische Aufwertung unserer Streuobstwiese im Sinne der Artenvielfalt“, freut sich Johannes Andrews, Vorstand der Evangelischen Stiftungen: „Die Wiese gehört mit ihren alten Bäumen, den zahlreichen heimischen Obstbaumsorten und der vorhandenen Insektenvielfalt zu den größten Streuobstwiesen in der Region.“ Zuletzt sind dort eine Benjeshecke aus altem Schnittgut der Bäume angelegt und Nistkästen aufgehängt worden. „Die Aussaat der Wildpflanzen zur Verbesserung des Blütenangebots ist nun der nächste Schritt“, so Verena Kaiser von der Gruppe A&O.

Mit der extensiven Bewirtschaftung durch den Pächter Eckard Krabbe und der naturschutzfachlichen Aufwertung durch die Ehrenamtlichen bietet die Wiese als wertvolles Element alter Kulturlandschaften ein großes Potential für eine reiche Artenvielfalt. Durch die angesäten Wildpflanzenarten wird sich zukünftig die Nahrungsgrundlage für Wildbienen, Schmetterlinge und Co. deutlich verbessern.

Für den allgemeinen Publikumsverkehr ist die Fläche allerdings nicht zugänglich, da sie keine öffentliche Streuobstwiese ist. Für Jeschke ist die Fläche ein „schönes Beispiel dafür, wie wir im Projekt OSNATÜRLICH in enger Zusammenarbeit mit engagierten Partnern Lebensräume im Stadtgebiet schützen, entwickeln und vernetzen können und das Bewusstsein für die biologische Vielfalt erhöhen.“

„OSNATÜRLICH – Für mehr Artenvielfalt“ ist ein gemeinsames Verbundvorhaben der Stadt Osnabrück (Fachbereich Klima, Natur und Umwelt, Fachdienst Naturschutz- und Waldbehörde) und der Hochschule Osnabrück (Fakultät AuL), das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt (Förderschwerpunkt Stadtnatur) noch bis zum Jahr 2030 mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wird und in dessen Rahmen aktuell eine gesamtstädtische Biodiversitätsstrategie erarbeitet wird.

Danke Kathrin Kiehl und Judith Niehaus für die Fotos.