Heimat für Fledermäuse und Vögel im Hörner Bruch
Mittwoch, 13. August 2025
Evangelischen Stiftungen kooperieren mit Naturschützer Friedhelm Scheel und neuerdings der Initiative Streuobstwiese
Neue Nistkästen für Fledermäuse, Kleiber, Meisen und andere heimatsuchende Singvögel hat Friedhelm Scheel, engagierter Naturschützer aus Westerkappeln, gemeinsam mit knapp 20 Helfern auf unserer Streuobstwiese im Hörner Bruch angebracht. Fleißig geholfen haben nicht nur seine eigenen Mitstreiter, sondern auch rund zehn Damen und Herren der Initiative Streuobstwiese. Um die mehr als fünf Hektar Streuobstwiese mit ihren rund 350 Obstbäumen als wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna zu erhalten, kooperieren die Evangelischen Stiftungen mit Naturschützern, die ihr Know-how und ihre Arbeitskraft einbringen. Als echten Hotspot des Artenreichtums bezeichnet der Steinkauz-Experte Scheel die Fläche in Sutthausen, die nun noch mehr Tieren ein Zuhause gibt. Drei weitere Fledermauskästen hängen seitdem in den Bäumen, insgesamt 20 Nistkästen für Singvögel und zwei Steinkauzröhren. „Wir sehen den Erhalt und die Entwicklung solcher Biotope im Sinne der Bewahrung der Schöpfung als wichtige Aufgabe an. Diese Streuobstwiese ist die größte Naturschutzfläche im Großraum Osnabrück und ein echtes Juwel“, erläutert Stiftungsvorstand Johannes Andrews. Für uns kommen so gleich zwei wichtige Grundsätze zusammen: Die Natur zu schätzen wie zu schützen, dies darüber hinaus in Gemeinschaft innerhalb eines regionalen Netzwerkes zu tun. Im Herbst ernten wir die Früchte und pressen Saft, den wir an Kindergärten, Kirchengemeinden und Altenhilfeeinrichtungen in der Region abgeben.
Auf der Streuobstwiese in Sutthausen wachsen neben Kirsche, Pflaume, Birne und Walnuss allein 40 verschiedene alte Apfelsorten. Die Obstblüte im Frühjahr lockt zahlreiche Insekten an: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge – darunter den seltenen Kaisermantel. Durch den Insektenreichtum zieht es zahlreiche andere Tiere wie Igel, Fledermäuse und Vögel auf die Wiese. Sogar der Waldkauz und der seltene Steinkauz bewohnen Bruthöhlen in den alten Bäumen.
Während wir für die regelmäßige naturnahe Pflege der Flächen sorgen, Materialien zur Verfügung stellen oder zur Unterstützung der fleißigen Freiwilligen einen neuen Geräteschuppen aufbauen, ist Friedhelm Scheels Herzenssache die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen. Mehrmals im Jahr begleitet er Jugendgruppen und Schulklassen auf die Wiese, um ihnen den biologischen Kreislauf aufzuzeigen oder mit ihnen gemeinsam Totholzhecken anzulegen. Für die rund zehn Damen und Herren der Initiative Streuobstwiese stehen vorerst die Bedürfnisse der Insekten im Vordergrund, für die sie noch bessere Bedingungen schaffen wollen. Mindestens einmal im Monat treffen sie sich im Hörner Bruch, um den Naturschutz auf der Wiese noch weiter voranzubringen. Wenn alle an einem Strang ziehen, wird aus einer wilden Wiese ein Zuhause – für Tiere, Pflanzen und eine starke Gemeinschaft.