Die Evangelischen Stiftungen in der Corona-Krise: Familienkochbox Osnabrück – Kooperationsprojekt der Stadt Osnabrück und den Evangelischen Stiftungen: Mittagessen für bedürftige Familien

In bespiellos kurzer Zeit haben die Stadt Osnabrück und die Evangelischen Stiftung das Kooperationsprojekt „Familienkochbox Osnabrück“ ins Leben gerufen. Ab dieser Woche können bedürftige Familien, die eine Berechtigung zur Teilnahme am „Bildung und Teilhabe“-Programm haben, die Kochbox bestellen. In der Kochbox befinden sich die notwendigen Zutaten sowie entsprechende einfache, leicht verständliche Kochanleitungen in deutscher und englischer Sprache, um an jeweils fünf Tagen (montags bis freitags) eine gesunde Mahlzeit zuzubereiten. Neben einem Angebot mit Fleisch und Fisch wird auch eine vegetarische Alternative angeboten sowie Obst als Nachtisch. Die Bestellungen können sowohl über ein Onlineformular sowie per Telefon erfolgen.

Wie alle Kommunen befindet sich auch Osnabrück aufgrund der Corona-Pandemie im Lockdown. Davon sind auch Schulen und Kindertagesstätten betroffen und an den Ganztagsschulen findet in der Regel kein Nachmittagsangebot und damit kein Mittagessen statt. Für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen, die in einer Kindertagesstätte oder Schule ganztägig betreut bzw. unterrichtet werden, entfällt nun diese Mahlzeit.

„Wenn rund 2.500 Kinder in Osnabrück ohne ein warmes Mittagessen auskommen müssen, dann ist hier kurzfristige und unkomplizierte Hilfe erforderlich. Die Evangelische Stiftungen beteiligen sich darum selbstverständlich an der Finanzierung der Kochboxen,“ sagte Johannes Andrews, Vorstand der Evangelischen Stiftungen zum Start des Hilfsprojektes Kochbox Osnabrück. „Uns wird von verschiedenen Seiten immer wieder zugetragen, wie Kinder in vielerlei Hinsicht von den Folgen der Pandemie getroffen sind. Die fehlenden Mittagessen sind da eins von vielen, zum Teil erschreckenden Beispielen. Ich bin überzeugt, dass mit dem Ende der Pandemie noch viel Not sichtbar werden wird und die Evangelischen Stiftungen sehen es als ihre Aufgabe, gerade denen möglichst schnell und unbürokratisch zu helfen, deren Not vielleicht nicht immer ganz so offensichtlich ist.

Mit der Kochbox Osnabrück ist eine praktikable Lösung gefunden worden, die kurzfristig und mit möglichst wenigen persönlichen Kontakten umsetzbar ist, um das Infektionsgeschehen so gering wie möglich zu halten. Eine tägliche Essenslieferung war aus infektiologischen Gründen keine Alternative, ebenso war die Lieferung von vorgefertigten Speisen in einer Wochenration aus praktischen Gründen nicht möglich. Leider konnte kein regionaler Anbieter gefunden werden, der kurzfristig die Menge an Lebensmitteln bereitstellen und eine entsprechende Logistik aufbauen konnte. Daher wurde „Vita Catering“ aus Wardenburg beauftragt. Die Kochbox wird am Wochenende geliefert, sodass sie rechtzeitig ab montags für die Zubereitung zur Verfügung steht. Die Kunden erhalten eine Nachricht per SMS, sobald die Kochbox am vereinbarten Ablageort angeliefert wurde.

Vita Catering hat ein solches Angebot für einkommensschwache Familien gemeinsam mit der Stadt Oldenburg im Frühsommer 2020 konzipiert und während des damaligen Lockdowns praktiziert. Die Stadt Oldenburg hat mit diesem Angebot gute Erfahrungen gemacht, ca. 50 – 60% der angesprochenen Familien nahmen das Angebot an. Das Unternehmen verfügt über die entsprechenden Ressourcen, Erfahrungen, die Online-Bestellmöglichkeiten und die Logistik, sodass das Angebot innerhalb von drei Wochen umgesetzt werden konnte. Die Bestellphase startet in dieser Woche und die erste Lieferung erfolgt am 13./14. Februar.

Berechtigt zur Bestellung der Kochbox sind Familien, denen eine „Bildung und Teilhabe“ Bewilligung der Stadt Osnabrück vorliegt.
Die berechtigten Familien wurden von der Stadt Osnabrück angeschrieben.
Ansprechpartner bei der Stadt Osnabrück:
Team Bildung und Teilhabe: 0541 323 2754
Fachbereich für Kinder, Jugendliche und Familien: 0541 323 4179

Interview mit Johannes Andrews
Am 07. März 2021 erschien ein Interview mit Johannes Andrews im Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen-Bremen GmbH. Zum Interview gelangen Sie hier.